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Agrarfax Brunsbüttel, den 04. Januar 2022

Agrarfax Brunsbüttel, den 04. Januar 2022

Liebe Agrarfax Leser.

Anbei erhalten Sie ein von mir erstelltest Protokoll zur Zoom Konferenz vom 2. März 2022: Thema: Auswirkung des Ukrainekrieges auf die internationalen Agrarmärkte und die EU.

Für alle die diese eindrucksvolle Veranstaltung, bei der es auch um die Zukunft der hiesigen Landwirtschaft geht, noch einmal sehen möchten: Anbei der Link: https://www.youtube.com/watch?v=1J3QDZsjNGk

Insbesondere Dr. Heinz Strubenhoff und ich würden uns über eine große Spendenbereitschaft Ihrerseits freuen. Alles dazu finden Sie unter www. Hilfe-ua.de

Viele Grüße Ihr Jan Peters und das Agrarfax Team

Zoom SeminarTeilnehmer: Prof. Dr. Oleg Nivievskyi; Agrarökonom und Vizepräsident für Wirtschaftsbildung an der Kyiv School of Economics, Dr. Alex Lissitsa Agrarökonom und Unternehmer Ukrainian Agribusiness Club, CEO des Agrarbetrieb IMC, Dr. Heinz Strubenhoff, Berater und Ukraine-Experte, ex Leiter des Deutsch-Ukrainischen Agrarpolitischen Dialoges und Mitarbeiter der Weltbank, Dipl.Ing. Jan Peters, Agrar- und Wirtschaftsjournalist, Handelsexperte, Moderator: Prof. Dr. Sebastian Lakner, Agrarökonom, Universität Rostock.

Dr. Alex Lissitsa, Betriebsleiter von einem 120.000 ha Betrieb mit Veredlungswirtschaft berichtete sehr emotional und eindringlich über die aktuelle Situation in der Ukraine. Von seinen 2200 Mitarbeitern befinden sich über 2000 Männer im Krieg. Mit den wenigen verbleibenden Mitarbeitern gelingt es gerade, die Tiere zu füttern. Und an Feldarbeiten im Frühjahr ist nicht zu denken, da es an Saatgut, Diesel und Mitarbeitern fehlt. Die Diesel-Depots in der Region wurden bei Angriffen vernichtet. Die Tiere werden jetzt sukzessive geschlachtet. Pro Tag verlassen zwei LKWs mit Fleisch den Betrieb in Richtung Kiew und Charkiv. Diese LKWs waren gestern bereits seit 24 Stunden nicht mehr auffindbar. Lissitsa wagte die Aussage, dass die ukrainische Landwirtschaft zur Ernte 2022 kein Getreide und keine Ölsaaten exportieren werde. Für Russland wagte er eine ähnliche Prognose, die auch von Herrn Nivievskyi und Herrn Strubenhoff erstellt wurde. Die russische Landwirtschaft hat kaum Zugang zu Betriebsmitteln, da z.B. die aus Westeuropa bezogenen Pflanzenschutzmittel nicht geliefert werden. Die Ersatzteilversorgung zu den westlichen Landtechnikherstellern sei komplett unterbrochen. Zudem führt die Herausnahme Russlands aus dem internationalen Zahlensystem „Swift“ zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Abwicklung, so dass der Zahlungsverkehr praktisch ausgesetzt wird.

Mein Part bei der Veranstaltung: Aktuelle Situation in den ukrainischen Häfen: Schiffsbeladungen mit Mais / Weizen wurden abgebrochen oder die Schiffe haben die Ladehäfen vorzeitig verlassen, sofern sie seetüchtig waren und Kampfhandlungen oder Minengürtel das Auslaufen nicht verhinderten. Einzelne Schiffe wurden gezwungen, andere Häfen anzulaufen, z.B. Sewastopol auf der Krim. Aus der Ukraine stammt Sonnenblumenschrot und Non-GMO Sojaschrot, was aus anderen Ursprüngen in dem Volumen nicht zu bekommen ist. Die Ukraine hat in dieser Kampagne statistisch noch ca. 12 – 15 Mio. Tonnen Mais zu exportieren. Wenn diese dem Weltmarkt nicht zur Verfügung stehen, werden sich viele Länder an die USA wenden, weshalb Mais in Chicago sehr fest geschlossen hat. In Europa wird der Mais aus der Ukraine dringend benötigt. In einigen Ländern im Süden der EU spricht man von einer Pipeline-Deckung von nur sechs Wochen. Eine Wiederaufnahme ukrainischer Exporte ist für Wochen, vielleicht für Monate nicht möglich (falls überhaupt in absehbarer Zeit). Damit entstehen in der EU akute Engpässe beim Futtermais und bei Non-GMO Proteinfuttermitteln, die nicht zu ersetzen sind.

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